Reiseübelkeit-beim-Hund

Reiseübelkeit beim Hund

Reiseübelkeit beim Hund Zusammenfassung:

Reiseübelkeit beim Hund tritt häufig auf, und zwar in allen Verkehrsmitteln. Die Gründe sind die gleichen wie bei Menschen, die seekrank werden. Man sollte die Reiseübelkeit beim Hund therapieren, sonst wird daraus eine ausgewachsene Reiseangst. Dafür braucht man kleine Schritte und viel Geduld, eventuell Homöopathie oder den Tierarzt und ein bestimmtes Spray, das unangenehme Erinnerungen „wegzaubert“.

Kurztipps gegen Reiseübelkeit und Reiseangst

Das hier sind die besten Tipps. Probiert sie durch, einer oder mehrere in Kombination helfen sicherlich!

  1. Mach es deinem Hund im Auto gemütlich. Frische Luft, ein bequemer Sitzplatz und das Lieblingskuscheltier machen die Reise angenehm.
  2. Fahre entspannt.
  3. Ausreichend Pausen einzulegen tut Hund und Halter gut. Etwas trinken und sich lösen können besänftigt die Angst.
  4. Mit vollem oder leerem Magen fahren? Das hängt ganz vom Hund ab und sollte ausprobiert werden. Leichte Kost ist in jedem Fall eine gute Entscheidung.
  5. Homöopathische Mittel helfen vielen Hunden. Ansonsten gibt es Tabletten vom Tierarzt.
  6. Der wichtigste Tipp: Handle schnell, wenn du Reiseübelkeit und/oder Reiseangst beim Hund bemerkst. Die entsprechenden Maßnahmen aus Verhaltenstherapie/Desensibilisierung und das Stoppen der Übelkeit müssen Hand in Hand gehen, Denn was nutzen die schönsten Übungen, bei denen der Hund lernt, wie toll das Auto ist, wenn ihm dann beim Fahren doch wieder kotzübel wird! Diesen Fehler habe ich bei Fly gemacht, aber heute weiß ich es besser.

Mit dem Hund auf Reisen 

Der Hund ist ein treuer Begleiter für den Menschen, das gilt natürlich auch für meine Fly, die nun schon seit 2013 in einem Leben herumtobt. Das bedeutet natürlich auch, dass sie mit auf Reisen kommt. Am liebsten sind wir an der Nordsee oder in der Sächsischen Schweiz. Im Sand chillen und andere Hunde am Hundestrand anbellen oder stundenlang wandern, Fly liebt alles. Was sie jedoch gar nicht liebt, ist die Fahrt im Auto.

Reiseübelkeit beim Hund
Der Strand ist toll – nur muss man erst einmal dorthin kommen


Geht es euch auch so? In den meisten Familien ist der Hund ein vollwertiges Familienmitglied, und seine Familienmitglieder gibt man nicht einfach ab, wenn nach dem Alltag endlich der Spaß an die Reihe kommt. Oftmals wird der Vergleich zu einem weiteren Kind gezogen. („Das letzte Kind hat immer Fell“ – kleiner Scherz). Einem stolzen Hundebesitzer ist natürlich die Gesundheit seines Vierbeiners wichtig. Nicht nur im Sommer, das ganze Jahr über stehen bei uns Reisen mit dem Auto an. Ganz egal, ob es sich um einen Strandurlaub oder einen Familienbesuch handelt, Fly kommt mit. So wie ich entscheidet sich eine Vielzahl der Hundebesitzer dafür, ihren treuen Begleiter mit auf Reisen zu nehmen. 

„Frauchen, mir ist übel“ – Reiseübelkeit beim Hund

Das Angebot der Reisen mit Hund ist in den vergangenen Jahren angestiegen. So gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Veranstaltern, die mit Reisen für den Hund werben. Auch wenn eine Reise mit dem Hund eine nette Idee ist, werden vielen Hundebesitzern auf dem Weg in den Urlaub Steine in den Weg gelegt. Denn kaum anders als bei Kindern, leidet ebenfalls eine Vielzahl der Vierbeiner an einer Reiseübelkeit. Die Reiseübelkeit nimmt den meisten Reisen den Spaß. Man braucht sehr viel Geduld, Papier und einen starken Magen, wenn im Wagen gekotzt wird. Man möchte gleich wieder nach Hause fahren. Natürlich gibt es auch Mittel, die den Hunden bei der Reiseübelkeit verabreicht werden können. Bevor in den Schrank mit den Medikamenten gegriffen wird, ist es sinnvoll, die Reiseübelkeit der Hunde genauer zu betrachten.

Sächsische Schweiz
Fantastischer Ausblick in der sächsischen Schweiz – die Höhe ist nicht das Problem!

So äußert sich die Reiseübelkeit bei den Hunden

Die Reiseübelkeit tritt bei den Tieren wie auch bei den Menschen auf. Die Reisekrankheit ist nicht nur ein Phänomen, das sich auf das Auto beschränkt, sondern sie tritt ebenfalls bei einer Flug- oder einer Schiffsreise auf. Oftmals steht die Reisekrankheit mit passiven Bewegungen in Verbindung, die für den Körper ungewohnt sind. Dabei kann die Reiseübelkeit sowohl im Auto als auch im Flugzeug, wie auch im Bus oder auf einem Schiff auftreten. Verantwortlich für die Reiseübelkeit ist das Gleichgewichtsorgan im Innenohr. Die ungewohnten Bewegungen, die der Körper erfährt, werden von dem Gleichgewichtsorgan im Innenohr als Sinnestäuschung empfunden. In Folge der Sinnestäuschung wird eine Reizung des vegetativen Nervensystems ausgelöst, die die Übelkeit bedingt. Verstärkt kann dieser Effekt werden, wenn sich die Hunde in einer Transportbox befinden. In einer Transportbox können die Bewegungen zwar gefühlt, jedoch nicht gesehen werden. 

Reiseübelkeit beim Hund
Wandern ist toll – wenn nur die Hinfahrt nicht wäre!

Großes Thema Reiseangst durch die Reiseübelkeit beim Hund

Ein Nebeneffekt der Reisekrankheit ist die Reiseangst. Anders als einem Menschen können dem Hund die ungewohnten Bewegungen nicht erklärt werden, sodass er oftmals nervös reagiert. Neben einer gesteigerten Nervosität sind vor allem Übelkeit und Erbrechen die Symptome einer Reisekrankheit bei Hunden. Die ungewohnte Umgebung und die neuen Gerüche lösen bei den Hunden Stress aus. Ihr Unwohlsein bringen die Vierbeiner zumeist mit einem Bellen oder mit einem Jaulen zum Ausdruck. Fly schaut panisch umher und zittert. Nicht nur die Bewegungen, sondern auch Geräusche und Gerüche können die Reisekrankheit bei den Hunden in extremen Fällen auslösen. Haben die Hunde beispielsweise schlechte Erfahrungen in einer Transportbox gemacht, so kann der bloße Anblick die Vierbeiner in Angst versetzen. Anders sieht das nicht mit dem Kofferraum aus, der ebenfalls bei vielen Hunden die Nervosität steigert.

Die Reisekrankheit lässt sich therapieren

Eine gute Nachricht ist, dass sich die Reisekrankheit therapieren lässt. Mit einer Kombination aus Medikamenten und Verhaltensmaßnahmen lässt sich die Reisekrankheit in der Regel gut in den Griff bekommen. Damit sich der Hund auf der nächsten Reise wohlfühlt, ist es gut, die Reise in einem positiven Kontext zu setzen und den Hund für seinen Mut zu belohnen. Dabei ist es wichtig das Wohlbefinden des Hundes vor und während der Reise aufrecht zu erhalten.

Fly hatte tatsächlich richtig Panik vor dem Auto. Ich habe dann angefangen, es positiv zu verknüpfen, habe ihr die besten Leckerlis im Auto gegeben und sie eine Zeit lang mit den „guten Sachen” darin gefüttert. Das hat jedoch nur bedingt geholfen. Sobald sie gemerkt hat, dass tatsächlich eine Fahrt ansteht, kam die Angst wieder. Weder Medikamente noch die Erziehung allein helfen.

Reiseübelkeit beim Hund
Da waren unsere Überraschungswelpen das erste Mal im Garten – das erste Mal im Auto ist genauso wichtig.

Welpen an das Auto gewöhnen

Bei jungen Hunden ist es sinnvoll, sie frühzeitig an das Reisen zu gewöhnen. Im Gegensatz zu dem Flugzeug und dem Boot, zählt das Auto zu den alltäglichen Transportmitteln. Daher sollten die Welpen so früh wie möglich an das Autofahren gewöhnt werden. Denn verweigert der Hund die Autofahrt, so kann das zahlreiche Probleme im Alltag verursachen. 

Das ist bei Fly wohl nicht passiert, die war ja schon eine junge Dame, als sie zu mir kam. Da hatte sie allerdings noch keine Angst und Reiseübelkeit, das hat sie vielleicht durch unsere häufigen Fahrten bekommen. Ihr könnt es besser machen und so vorgehen:

Hast Du einen oder mehrere Welpen, so lohnt es sich, sie in kleinen Schritten an das Auto zu gewöhnen. Beispielsweise kann der Motor gestartet werden und die Welpen können bei laufendem Motor in den Wagen gesetzt werden, sodass sie sich an die neue Umgebung und die Geräuschkulisse gewöhnen können. Hilfreich ist es, den Welpen Zeit zu geben die neue Umgebung zu erkunden. Daher solltest Du sie das Auto begutachten lassen. Wichtig ist es, dass das Autofahren für die Welpen vor dem Besitzer Wechsel ein bekanntes Spiel ist. So verbinden die Welpen zumeist keine schlechten Erinnerungen mit dem Auto. 

Anders ist das, wenn die Welpen das Autofahren mit dem neuen Besitzer erlernen. Denn in diesem Fall verbinden die Welpen die Autofahrt mit der Trennung von ihren Eltern und ihren Geschwistern. Oftmals kann diese erste Erfahrung zu Ängsten und Unwohlsein führen. Des Weiteren solltest Du langsam vorgehen. Arbeite mit den jungen Hunden in kleinen Schritten. Wichtig ist, dass Du kein Zwang entsteht, sondern mit Belohnungen gearbeitet wird. Wenn die Hunde für die erste Fahrt bereit sind, dann fahre vorsichtig. Denn wie bei den Menschen kann auch beiden Hunden eine schlechte Fahrweise Übelkeit und Erbrechen bedingen. Kurze Fahrten zu tollen Orten sind für den Anfang eine sehr gute Idee!

Die Reisekrankheit beim Hund therapieren

Leidet Dein Hund bereits an einer Reisekrankheit, so gilt es, diese Stück für Stück zu therapieren. Dem Hund ist kein Gefallen getan, wenn die Reisekrankheit nicht behandelt wird. Wie auch die Welpen können die erwachsenen Hunde Schritt für Schritt (wieder) an das Autofahren gewöhnt werden. Gehe dabei sensibel mit Deinem Hund um und achte auf seine Bedürfnisse. Kleine Schritte sind bei der Therapie sinnvoll. 

Zunächst einmal kann das Ein- und das Aussteigen geübt werden. Gut ist es, wenn der Hund Dich als Bezugsperson hat. Steige mit ihm gemeinsam in das Auto ein und aus. Sind die ersten Hürden genommen, so kann der Motor gestartet werden. Bei einer ersten Fahrt lohnt es sich, den Hund auf der Rückbank oder im Fußraum Platz nehmen zu lassen. Setze Dich zu dem Hund und versuche ihn mit Berührungen und mit sanften Worten zu beruhigen. Erst wenn der Hund sich an das Fahren gewöhnt hat, sollte mit der Transportbox gearbeitet werden. 

Entscheidest Du dich dazu Deinen Hund in einer Box zu transportieren, so muss der Vierbeiner nicht nur genügend Platz haben, sondern es sollte ebenfalls Helligkeit im Kofferraum garantiert sein. Selbst wenn es sich nur um eine kleine Transportbox handelt, ist es besser, die Hutablage abzunehmen. Auf diese Weise kann mit dem Hund im Kofferraum besser kommuniziert werden. Wer die Rückbank nicht selbst nutzt, der kann sich für einen artgerechten Transport auf der Rückbank entscheiden. So ist der Hund näher bei Dir und er kann Dich ebenfalls sehen. Sinkt die Reiseangst, so verbessert sich die Reisekrankheit. 

Tabletten vom Tierarzt gegen Reiseübelkeit beim Hund

Verbessert sich die Situation kaum, so empfiehlt es sich, den Tierarzt aufzusuchen. In der Regel verschreibt er ein Mittel, das der Übelkeit entgegenwirkt. Auch kann mit den Mitteln ein Erbrechen verhindert werden. Ralph Rückert, Tierarzt und Blogger hat in seinem Beitrag nähere Informationen über die gängigen Medikamente. Falls du Erfahrungen mit homöopathischen Mitteln gemacht hast, hinterlasse mir gern eine Nachricht oder einen Kommentar!

Spray gegen Reiseübelkeit

Gleichzeitig kannst du Sprays verwenden. Wenn die Hunde Angst verspüren, dann schwitzen sie. Riechen Sie diesen Angstschweiß in einer Transportbox erneut, so kann dies zu Unwohlsein führen. Mit dem richtigen Spray lässt es sich hervorragend der Angst entgegenwirken. Denn so wird der Angstschweiß neutralisiert und ist für die Hunde nicht mehr erkennbar. Gleichzeitig steht Dir der Tierarzt für eine Beratung zur Verfügung. In einem Beratungsgespräch kannst Du deine Bedenken ansprechen und der Tierarzt kann Dich mit wertvollen Tipps unterstützen. Auch kann es wichtig sein, den Hund untersuchen zu lassen, sodass körperliche Probleme ausgeschlossen werden können.

Wir wünschen euch schöne Reisen zusammen und drücken euch die Daumen, dass sie allen gefallen! Je sensibler ein Hund ist, umso schneller tritt die Reiseübelkeit auf. Bruno nämlich, einer der Überraschungswelpen und Flys Sohn, hat ein ganz anderes Gemüt als sie. Er ruht mehr in sich und lässt sich auch von kleinen, schlechten Erlebnissen nicht beeindrucken. Er fährt gerne Auto mit uns. 🙂

Mutter und Sohn
Hier sind Bruno und Fly zusammen, als er noch klein war. Heute ist Bruno größer als sie und viel mutiger – zumindest was das Reisen betrifft!













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